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Einfache Sprache
Fürstenhochzeiten schufen Netzwerke für Gegenwart und Zukunft, aber auch in die Ewigkeit. Die Morgengabe einer Fürstin – quasi das Gegenpfand für ihre körperliche Unversehrtheit bis zum Vollzug der Ehe – ermöglichte ihr ausdrücklich die Vorsorge für ihr Seelenheil. Dazu eine kurze Erklärung: Im Mittelalter bedeutete der Tod für die Seelen der Verstorbenen eine unvorstellbare Zeit im Fegefeuer, ehe sie endlich Aufnahme in den Himmel fanden. Lebende konnten mit Gebeten und frommen Stiftungen für ihr Seelenheil im Jenseits vorsorgen – um ihre Zeit im Fegefeuer zu verkürzen. Verstorbene konnten bis zur Auferstehung am Jüngsten Tag, also dem Tag der Entscheidung, ob himmlisches Paradies oder ewige Hölle, nicht mehr für sich selbst beten, waren also auf das Gebet der Lebenden, der Hinterbliebenen angewiesen. Deshalb waren ihre Stiftungen oft mit dem Namen oder dem Wappen der Stifterin, des Stifters versehen. Das zeigt allen, für wen gebetet werden soll. Da nach mittelalterlicher Vorstellung jede Gabe eine Gegengabe erforderte, konnte eine Stifterin, ein Stifter darauf zählen, dass die Kirche sie auch nach ihrem Tod in Gebete einschloss. So war sichergestellt, dass der eigene Name regelmäßig bis in alle Ewigkeit genannt wurde. Das ist wirksame Propaganda! – Schauen sie sich Beispiele solcher Stiftungen aus dem Kontext von Hochzeiten in der Kapelle an. Hoffentlich hatten Sie einen interessanten Rundgang! Im nächsten Raum können Sie bei einer Mix-Max-Station noch mehr über Frauen erfahren, die auf der Burg Trausnitz Spuren hinterlassen haben. Und auf Ihrem Weg nach draußen begleiten Sie Kunstwerke von Roxana Panetta, die mit ihrem Projekt „Hidden Championnes“ historischen Frauen zu Sichtbarkeit verhilft. Auf Wiedersehen!
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