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Fürstenhochzeiten im Spätmittelalter – anders als gedacht?! Nicht nur die Vorstellung, dass ein Brautpaar kaum mitzureden hatte bei der eigenen Hochzeit, ist heute schwer denkbar. Dennoch beeindruckten Fürstenhochzeiten die Menschen nicht nur damals, sie besaßen eine enorme Strahlkraft und faszinieren bis heute. Deshalb entwickelten sich vor etwa 150 Jahren an verschiedenen Orten – so auch in Landshut – Festspiele, die an große Fürstenhochzeiten vergangener Jahrhunderte erinnern. Wie bei der berühmten Landshuter Hochzeit von 1475, die seit 1903 alle vier Jahre im Sommer mit großem Aufwand veranstaltet wird, stehen bei diesen Festspielen Prachtinszenierung und gemeinsames Feiern mit der Bevölkerung im Vordergrund. Das ist jedoch nur ein kleiner Teil der mittelalterlichen Wirklichkeit. Denn im Mittelalter konnte die Bevölkerung nur bei wenigen Veranstaltungen einer solchen Fürstenhochzeit teilnehmen. Sie war weder beim Gottesdienst, noch bei Tanzveranstaltungen, Festessen und privaten Gesprächen der Fürsten – geschweige denn beim Vollzug der Ehe – zugelassen. Doch all das gehörte eben auch zu Fürstenhochzeiten. Am Ende des Mittelalters entstand eine Art Standardverfahren von der Eheanbahnung bis zum finalen Fest, bei dem ein Großteil der Veranstaltungen höchst exklusiv für die Führenden des Reichs war. Und genau das steht im Mittelpunkt der Ausstellung. Im nächsten Raum richten wir den Blick ein erstes Mal ganz konkret auf die Frauen – sie hatten weit mehr Aufgaben als nur die der Braut. An welche Aufgaben denken Sie da? Wenn Sie Lust haben, blättern Sie doch mal durch unseren Karteikasten, bevor es weitergeht.
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